Anubis hat geschrieben:
Ohne mit den Leuten zu sprechen oder sie kennenzulernen, kann man die Antifa Szene aus Buchholz nicht pauschalisierend als antidemokratisch oder kommunistisch bezeichnen. Man kann genauso wenig den Antifas die Kommunikation verweigern wie den Rechtsradikalen, ein gesellschaftlicher Diskurs muss mit beiden Ebenen stattfinden.
Wer meint, daß ich die Antifa-Szene hier unzutreffend oder unfair charakterisiert habe, den möchte ich dazu einladen, die vorauseilende Versteheritis mal beiseite zu legen und sich inhaltlich mit den Buchholzer Antifa-Aufklebern und ihrem Hintergrund zu befassen:
„Still not loving police – antifa.de“Dieser Aufkleber war in der Nähe des Kabenhofs zu sehen und verwundert auch nicht weiter, denn einschlägige Antifa-Websites wie de.dissent.org.uk offenbaren ein „besonderes Verhältnis“ der lokalen Antifa-Leute zum Buchholzer BüNaBe, Herrn Kaulbarsch, wegen staatsschutzlicher Ermittlungen gegen Kattenberg-Schüler im Sommer 2007 (der dortige Artikel über Herrn Kaulbarsch stammt offenbar von indymedia).
Darüber existieren zahlreiche andere Aufkleber, die zu Gewalt und Widerstand gegen Polizisten aufrufen oder das Akronym ACAB zeigen. Dieses Akronym steht für „All Cops Are Bastards“, stellt also eine Globalbeleidigung der Polizei dar und ist nach einem Urteil des OLG Stuttgart als persönliche Äußerung gegenüber Polizisten strafbar. Die Antifa hat es aus der Punkerszene übernommen und längst inkorporiert. In einschlägigen Antifa-Webshops kann man Kleidung und andere Gegenstände mit ACAB-Beschriftung (als „Acht Cola Acht Bier“ transkribiert, um möglichen Anzeigen zu entgehen) bestellen, und es gab mal eine in der Türkei oder auf den Seychellen gehostete Website acabantifa.com, die die Verankerung dieses Akronyms in der Antifa-Szene belegt.
Eine Schmiererei „Nie wieder Deutschland - ACAB“ auf einem Buchholzer Trafo-Kasten zeigt ebenfalls die Verankerung dieses Akronyms in der Antifa-Szene.
„F*** off Speciesists, Racists, Homophobists, Sexists...“ mit einer knorrigen alten Frau mit gestrecktem Mittelfinger
Ein an zahlreichen Stellen in Buchholz zu findender Aufkleber, der mit seinem „elaborierten Code“ einen umfassenden Einblick in das Antifa-Herz gewährt...
Zunächst einmal fällt auf, daß nicht einfach bestimmte Haltungen und Weltanschauungen kritisiert oder bekämpft werden, sondern Anhänger derselben – also Menschen – auf unterstem Niveau beleidigt und entehrt werden.
Zum anderen sollen alle Menschen, die nicht den Hyperegalitarismus der Antifa teilen, mit zum Teil rational nicht mehr nachvollziehbar gedeuteten Kampfbegriffen geächtet werden:
Speciesists – Mit diesem Kampfbegriff aus der veganen Antifa-/AntiSpe-Szene sollen alle Menschen geächtet werden, die einer Amöbe, einem Stör, einem Krokodil oder einem Rind die „demokratische Teilhabe an unserer Gesellschaft“ verweigern und es insbesondere noch wagen, Nahrung tierischen Ursprungs zu sich zu nehmen. Der Wahlspruch der veganen Antifa lautet übrigens: „Feuer und Flamme jeder Metzgerei – Arbeitsamt statt Tierquälerei!“
Anti-Speziesismus ist die Weltsicht, daß alle biologischen Arten dieser Welt in allen Belangen unterschiedslos gleich zu behandeln sind, also eine Amöbe gleiche Rechte wie ein Mensch hat oder es diskriminierend wäre, wenn man bei einer Katastrophe ein Kind grundsätzlich eher rettet als z.B. einen Frosch.
Racists – gerade die „Artenvielfalt der Rassismen“ ist bei der Antifa geradezu inflationär gewachsen und hat mit dem eigentlichen Rassismus vielfach gar nichts mehr zu tun: Da gibt es plötzlich „Kulturrassismus“, „strukturellen Rassismus“, usw. usw.
Homophobists – damit sind vor allem bibeltreue Christen gemeint und alle, die sich gegen die von bestimmten Verbänden eifrigst betriebene Umdeutung des Ehe-Begriffs wehren.
Sexists – sind letztlich alle, die nicht bereit sind, die ganzheitlichen biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu leugnen, und die sich gegen die gängige Abtreibungspraxis aussprechen. Wie die Antifa hier reagiert, durfte meine Frau als Teilnehmerin des Marsches „1000 Kreuze für das Leben“ in Berlin persönlich erfahren. Von daher ist es absolut verlogen, von Antifa-Kritikern Gesprächsbereitschaft einzufordern, wenn die Antifa-Leute selbst nicht einmal minimale Anzeichen für selbige und für den Respekt Andersdenkenden gegenüber zeigen.
„Eat Fascists, not animals – Universelles Leben angreifen" (Antifa Tübingen, vegane Antifa-/AntiSpe-Szene)
Mit „Eat Fascists, not animals“ ist eindeutig eine rote Grenzlinie überschritten worden: Die Gegnerschaft zu einer Ideologie, so daneben sie auch sein mag und so daneben sich ihre Sympatisanten auch verhalten mögen, kann niemals ein Grund sein, ihren Anhängern Menschenwürde und Lebensrecht abzusprechen, indem man sie zu Freiwild erklärt. Damit ist Antifa um keinen Deut besser als Fa. Es sei an Art. 1 GG erinnert: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Immer. Nicht nur bei passender politisch-weltanschaulicher Gesinnung. Wir sind weder bei Adolf noch in Nordkorea.
„Universelles Leben“ ist übrigens eine religiöse Gruppierung um Gabriele Wittek, die sich als „Urchristen“ bezeichnet und in den letzten Jahren häufiger großformatige Werbung in den HVV-Schnellbahnstationen schalten ließ in der Art „Was Augen hat, essen Urchristen nicht“. Die nicht antifa-gemäße Besetzung des Vegan-Themas durch „Universelles Leben“, verbunden mit dem Antifa-Haß auf alle transzendente Weltanschauungen, dürfte die Ursache für den Slogen „Universelles Leben angreifen“ sein.
„Deutschland wegbassen“ – mit abgebildeter Lautsprecherboxen-Wand
„Gib Deutschland eine Bombe – Deutsche Täter sind keine Opfer“„Game over, Krauts!“Ein abgrundtiefer Deutschland-Haß beseelt die Antifa-Bewegung. In jedem Bestreben, Deutschland Segen und Gutes zu wünschen oder Werte, Errungenschaften und gelungene Konzepte unseres Staatswesens oder unserer Nation bewahren oder verteidigen zu wollen, meinen Antifa-Leute eine Vorstufe des Nationalsozialismus zu erkennen. Dahinter steckt aber als wirkliches Motiv die Ablehnung jeglicher Nationalstaatlichkeit, weil überschaubare Nationalstaaten mit funktionierendem Subsidiaritätsprinzip und tragfähiger Identifikation der Bürger mit ihrem Staat dem Ziel der Antifa, nämlich der Schaffung einer internationalistischen Einheitsgesellschaft mit entwurzelten Individuen, die wehrlos der Diktatur des internationalistischen Weltzentralkomitees ausgeliefert sind, entgegenstehen. Deswegen auch der Antifa-Slogan „No love for a nation“ während der Fußball-WM.
Überdies werden mit dem zweiten Aufkleber – unabhängig davon, daß Deutschland den 2.Weltkrieg begonnen hat und die entsprechenden Folgen zu tragen hatte – die Angehörigen und Nachfahren insbesondere der zivilen Kriegstoten von der Antifa verhöhnt.
„Ultra Sankt Pauli“ (USP) Hierbei handelt es sich um linksextremistische Ultra-Fans, die bereits bei Krawallen rund um die Hamburger „Rote Flora“ einschlägigen Widerstand gegen polizeiliche Aktionen geleistet haben und dafür von anderen Gruppen der Antifa-Szene im Internet gefeiert werden. Der „Ultra“-Fanclub des FC St.Pauli ist eine feste Größe in der Antifa-Szene und eigentlich eine linksextremistische Organisation im Gewand eines Fußballfanclubs.
Die USP-Antifas führen nebenbei einen regelrechten Kleberkrieg gegen den HSV-Ultra-Fanclub CFHH (dessen Anhänger allerdings auch zahlreiche Verkehrsschilder in Buchholz bekleben) durch Überkleben, und zwar nicht nur mit USP-, sondern auch mit anderen Antifa-Aufklebern.
Zwei-Bilder-Comic (A-B) als Aufforderung zum LadendiebstahlDieser Comic fordert eindeutig zum Ladendiebstahl auf. Dargestellt ist in „Vorher-Nachher“-Art ein Mann, der Dosen aus einem Supermarktregal entwendet.
„Make Capitalism History!“Der Aufruf, den „Kapitalismus“ zur Vergangenheit zu machen, meint im Klartext die Beseitigung der freiheitlich-demokratischen und sozial-marktwirtschaftlichen Grund-ordnung des Grundgesetzes durch umstürzlerische Gewalt, was schon mal ganz „burner-mäßig“ mit dem Abfackeln von Autos normaler Bürger in Hamburg-Poppenbüttel beginnt. „Kapitalismus“ ist bei der Antifa ein Synonym für die FDGO und das „westliche System“, das auf Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Bürger setzt.
„Wir sind in Form wie noch nie!“ - mit einer Figur, die einen „Autonomen“ darstellt
Eine unverhohlene Drohung gegen Menschen, die die Ansichten der Antifa nicht teilen.
„Hamburg 1936... Für den Kommunismus! - Antifaschistische Aktion“„Kommunismus: Wenn schon, dann richtig - Antifa Saar: Mehr als nur gegen Nazis“ Diese Aufkleber beweisen, daß die eigentliche Agenda der Antifa die Etablierung eines kommunistischen Systems in Deutschland ist. Der Kommunismus wird als die wirkliche Lösung im Kampf gegen den Nationalsozialismus schmackhaft gemacht, so dient letzterer als Aufhänger dafür, um die eigentliche Agenda propagieren zu können.
Alle hier genannten Aufkleber sind mit schwerlöslichem Kleber, wie man ihn z.B. von Einzelhandels-Preisetiketten kennt, versehen. Die Herkunft der Aufkleber in Buchholz aus bundesweit verteilten lokalen Antifa-Gruppen und die Tatsache, daß systematisch das gesamte Buchholzer Stadtgebiet einschließlich der zentrumsfernen Ortsteile und der Gewerbegebiete mit Aufklebern überzogen wurde und wird und die Aufkleber in Zyklen von mehreren Wochen turnusmäßig ergänzt werden, beweisen, daß die Klebereien keine Einzelaktionen frustrierter, gesellschaftlich an den Rand gedrängter Jugendlicher sind, sondern zeigt die deutschlandweite Vernetzung und professionelle Organisation der in Buchholz aktiv klebenden Antifa-Truppe und macht inhaltlich die antidemokratische, gegen die FDGO und die sozial-marktwirtschaftliche Ordnung mit Privateigentum gerichtete Ausrichtung der Bewegung deutlich – das zum Argument, daß man das doch erst mit ihnen ausdiskutieren müsse, bevor man das beurteilen könne.
Vor einiger Zeit zog ein Antifa-Quartett (zwei Frauen, zwei Männer) durch die Buchholzer Innenstadt, eine der beiden jungen Frauen trug gut sichtbar das Logo der „Antifaschistischen Aktion“ auf ihrem Rücken. Etwa eine halbe Stunde später waren zahlreiche Laternenpfähle und andere Orte um einen oder zwei Aufkleber reicher. In manchen Buchholzer Straßenzügen findet man im öffentlichen Raum schon mehr Antifa-Aufkleber als z.B. in ganz Hamburg-Hamm und -Horn zusammengenommen. Die Aufkleberdichte wird stellenweise nur noch von gewissen brandenburgischen Städten übertroffen. Aber vielleicht hilft ja dagegen ab jetzt die neue Werbesatzung der Stadt, damit die Stadt die Aufkleber künftig genauso zügig unkenntlich macht wie jetzt die OBI- und McDonalds-Beschilderung an der Hamburger Straße und in Vaensen.
Die Zusammenarbeit von Stadt und Polizei anläßlich der NPD-Demo mit dieser Antifa, die verantwortlich für alle oben genannten Aufkleber ist, war nicht ein „Gebot der Stunde“, auch nicht einfach ein Patzer, sondern ein schwerer politischer Fehler. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Die Antifa im Kampf gegen den Nationalsozialismus als „Fünfte Kolonne“ engagieren zu wollen ist handfestes politisches Analphabetentum. Bestenfalls kann man es als politische Naivität werten – unter Umständen eine tödliche politische Naivität.
Ob die Antifa-Wölfe jetzt ein großes rituelles Empörungsgeheul veranstalten oder ob sie jetzt ganz viel demokratische Kreide schlucken, es bleibt dabei: die Antifa will eine komplett andere Republik; sie mißbraucht den Kampf gegen den Nationalsozialismus als legitimierende Maskerade für ihre eigentlichen Absichten, nämlich für die Errichtung eines totalitären internationalistischen neomarxistisch-kommunistisch geprägten Regimes zu kämpfen, unter welchem jeder Wettstreit und jedes offene Diskutieren von Ideen, Konzepten und Weltanschauungen sowie jede Art, das eigene Leben selbst in die Hand nehmen und Verantwortung dafür übernehmen zu wollen, unmöglich wäre. Dabei benutzt die Antifa jetzt geschickt den mit dem Ende des Ostblocks eingetretenen Verlust des Anschauungsbeispiels des „real existierenden Sozialismus“ vor der Haustür sowie die durch die wirtschaftliche Globalisierung hervorgerufenen Ängste, um den jahrzehntelang bewährten extremismuspolitischen Konsens, der die Bundesrepublik bis zur Jahrtausendwende gekennzeichnet hat, redefinieren und auflösen zu können und die „öffentliche Meinung“ auf ihre Seite ziehen zu können. Schon ergehen sich einige „Politikwissenschaftler“ darin, die Forderung nach einer ausgewogenen Extremismusbekämpfung (also das Vorgehen gegen Links-, Rechts- und islamischen Extremismus gleichermaßen) als „Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges“ zu werten, was natürlich nicht sein dürfe. Dies zeigt, wie weit das politische Koordinatensystem in Deutschland bereits nach links verschoben worden ist. Die Stadt Buchholz sollte sich zu schade dafür sein, dieses Spielchen mitzuspielen.